Ihr Hofstetter Gesinde vernehmt und hört,
Ich erzähl euch eine Gschicht, wenn keiner jetz stört.

Die Gschicht die het sich wirklich zugetrage,
wer’s net glaubt mues de Ritter selber frage

Unweit vun de Heidburg, uf em Schlosshof, da lebte ä Frau,
Sie war noch net sehr alt und auch noch net grau

An einem Sunndig war se zuhaus allei,
Keiner war sonscht noch dabei

Do kam ä stattlicher Ritter und nahm sie mit fort,
In de Wald an eine geheime Ort.

Er zeigte ihr einen Schatz mit Münzen, Gold und Silber bestückt,
Des Weib traute ihren Augen net und dachte sie währ verrückt.

Sie solle mitnehmen so viel sie nur könne trage ,
Und sollte net weiter groß frage.

Eine Handvoll vun jedem nehm ich mit,
sonscht merkes daheim mini Litt.

De Rescht kann ich dann später hole,
Des sieht sunscht us als hätt ichs gstohle.

Sie lachte und war fröhlich, jetz war sie reich,
Un erfüllte sich ihre geheimen Wünsche so gleich.

Un als sie dann des Geld verbrucht,
Machte sie sich zum Schatze uf.

Do war de Eingang plötzlich verschwunde,
Un Sie het ne nie me gfunde.

Des Weib des het bitterlich g´heult,
Und het alles zu tiefst bereut .

Nun war se wieder arm, un sie het nix me ghett,
Nur ä edles G´wand das sie an ihrem Leibe hett.

Weiß wurde ihre Hoor un verbittert ihr G´sicht,
Des isch alles wohr, des isch die G´schicht.

D`Schatzsucherin vun de Heidburg, so wird sie g´nannt.
Man erkennt sie an ihrem schene schwarze G´wand.

Heulend lauft sie nachts Heut noch durch alle Gasse,
Un sucht immer noch de Schatz, des isch net zu fasse.

De Schatz – isch furt
De Schatz – isch furt
De Schatz – isch furt

Es ist soweit!!